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Der Förderverein Kalsmunt e. V. freut sich auch dieses Jahr wieder über einen Obolus der Sparkasse Wetzlar in Höhe von 500 €

Spende 2016

Bild: v. l. n. r.: Frank Diehl, Sparkasse Wetzlar, Prof. Karl-Hans Emmermann und Reiner Stroh (beide Förderverein Kalsmunt)

 

Der Kalsmunt und die Burgen des Lahngebietes

Rohde / WagenerWagener
Rohde / WagenerWagener

100 Wetzlarer interessieren sich für ihren Kalsmunt - Die Aufgabe der einstigen Reichsburg gibt Rätsel auf

 

Wetzlar (lr). Warum wurde die Reichsburg vor 800 Jahren auf dem Kalsmunt errichtet? Diese Frage stellte der Kunsthistoriker Olaf Wagener bei einem Vortrag im Neuen Rathaus. Rund 100 Besucher konnte der Vorsitzende des Fördervereins Kalsmunt, Thorsten Rohde, zu dieser Veranstaltung begrüßen. „Burg Kalsmunt – eine Burg im Kontext des Burgenbaus im 12. Jahrhundert" hatte Wagener seinen Vortrag überschrieben, der in der Reihe „Neues vom Kalsmunt" die Informationsveranstaltungen fortsetzt. Wagener führte aus, dass eine Burg normalerweise im Stadtgebiet errichtet wurde und die Untertanen um diese herum angesiedelt waren. Der 1226 erstmals erwähnte Kalsmunt habe auch nicht getaugt, um an der Lahnfurt Zollgelder einzunehmen. Dazu sei sie zu weit von der Lahn entfernt. Eine Antwort darauf stehe noch aus. In seinem rund 50-minütigen Referat mit anschließender Aussprache führte Wagener aus, dass leider von der einstigen Reichsburg nicht mehr viel übrig geblieben sei. Von den noch stehenden Mauerresten und dem Turm könne man aber bautechnische Rückschlüsse ziehen. In Bildern zeigte der Referent, dass in dem Turm einst Balken einzogen waren und sich auch ein Kamin darin befand. Somit sei der Bergfried nicht nur ein Wachturm, sondern auch ein Wohngebäude gewesen. Wagener beklagte den Zustand der Außenmauern, deren dicke Quader an Burgen wie in Gelnhausen und Münzenberg erinnerten. Sogleich zeigte der Kunsthistoriker Bilder von Burgen in der Region, aber auch aus der Pfalz und dem Siegerland. Hierbei machte er deutlich, dass die Bauweise anderen Burgen vergleichbar und vom Baustil her so üblich war. Eine der beeindruckendsten Burgen der Region aus jener Zeit sei der Gleiberg. Nur noch ein kurzes Stück des Turmes der ursprünglichen Burg sei noch erhalten. Das, was die Besucher heute sehen, sei 200 Jahre später im 14. Jahrhundert entstanden.
Die Burg Runkel an der Lahn, 1159 erstmals erwähnt, sei zur Sicherung der Furt an der Lahn erbaut worden. Von der damals errichteten Anlage seien nur noch drei Türme erhalten. Alles andere bezeichnete er als neuzeitlich. Die Burgruine Hermannstein datierte er auf das 14. Jahrhundert. Typisch seinen die hoch herausragenden Kamine der Wohntürme, die als Baustil aus Frankreich bekannt sind.
Wagener zeigte auch Bilder der Burg Trifels in der Pfalz. Diese Reichsburg wurde sehr bekannt, weil dort der berühmte englische König Richard Löwenherz von Heinrich VI. gefangen gehalten wurde. Auch der Turm in Trifels stammt aus dem späten 12. Jahrhundert. In Bad Wimpfen am Neckar bei Heilbronn steht eine Pfalz mit vier Türmen. Der dortige Turm sieht dem auf dem Kalsmunt sehr ähnlich.
Der Referent zeigte ihn Bildern, wie früher die Quader verbaut wurden. Zum einen hob man die Steine mit Zangen hoch, für die links und rechts ein Loch in den Quader geschlagen wurde. Eine andere Technik war, ein Loch oben in den Quader zu schlagen und dort drei Keile einzubringen. Nicht alle Burgen wurden von Rittern oder gar wie der Kalsmunt als Reichsburg von Kaiser Barbarossa errichtet. Auch Ministeriale erhielten das Recht Burgen zu bauen oder sie zu bewohnen. Das sei in Münzenberg in der Wetterau so gewesen. Wagener wies darauf hin, dass mittels elektromagnetischen Messungen, dem LIDAR-Verfahren, Umrisse in der Erde von einstigen Bauten zu erkennen sind. Dieses Verfahren wurde auch auf dem Kalsmunt von den Studenten der Philipps-Universität Marburg angewendet. Seit 2013 erforscht Prof. Dr. Felix Teichner vom Seminar für Vor- und Frühgeschichte der Marburger Uni mit Studenten die ehemalige Reichsburg. Rohde kündigte an, dass die Grabungen in diesem Sommer fortgeführt werden sollen. Finanziert werden die Grabungen vom Förderverein, der sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen speist. Der Vorsitzende warb darum, dass viele Wetzlarer sich dem Verein anschließen, um so an der Erhaltung dieser Burganlage beteiligt zu sein. Rohde wies auch darauf hin, dass der Förderverein am 23. Februar seine Jahreshauptversammlung abhält.

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Bilder und Text mit freundlicher Genehmigung von L. Rühl, WNZ
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Neues vom Kalsmunt

Vortrag von Dipl. Rpfl. Olaf Wagener M.A.:

Der Kalsmunt und die Burgen des Lahngebietes

Wo: Sitzungssaal der Stadtverordneten im Neuen Rathaus Wetzlar

Wann: 20. Januar 2016, 19 Uhr

Zum Referenten:

Dipl. Rpfl. Olaf Wagener M.A., geb. 1977, Studium zum Diplom-Rechtspfleger und Tätigkeit in der Justiz, anschließend ab 2005 Studium der Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Siegen. 2008 bis 2010 Studium des Heidelberger Mittelalter-Master an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Fachschwerpunkte Geschichte, Kunstgeschichte, jüdische Studien und Ur- und Frühgeschichte. Dort im Herbst 2010 Masterarbeit zu „Belagerungen unter Kurfürst Friedrich I. dem Siegreichen von der Pfalz. Kriegführung im 15. Jahrhundert". Seit November 2010 Doktorand am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg mit dem Thema „Sehen und gesehen werden - Burgen als Stützpunkte herrschaftlicher Durchdringung von Territorien in Raum und Zeit", sowie zusätzlich Projekttätigkeit in der Bauforschung an der Stadtmauer und dem Dom in Worms.

Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission des Freundeskreises Bleidenberg e.V., und in dieser Funktion Organisator von bisher elf Tagungen zu Themen rund um Burgen und mittelalterliche Kriegführung sowie Herausgeber der zugehörigen Tagungsbände, so zuletzt zu „Aborten im Mittelalter" und „Brandnutzung und Feuer in Burg, Stadt und Kloster".
Interessensschwerpunkte: Die Burg im Kontext der Landschaft; Belagerung von Burgen und Belagerungsanlagen; hölzerne Befestigungen in der Neuzeit. Zahlreiche Veröffentlichungen zu den genannten Themen.

 

 

 

12. September 2015 - Führung am Kalsmunt

 

Dr. Felix Teichner gibt Erläuterungen am Turm

Dr. Felix Teichner gibt Erläuterungen am Turm

Dr. Felix Teichner referiert an der Ausgrabungsstätte

Dr. Felix Teichner referiert an der Ausgrabungsstätte

Die Ausgrabungen

Die Ausgrabungen


100 Bürger wollen Ergebnisse der Ausgrabungen erfahren

Dr. Felix Teichner: Gebäude auf dem Kalsmunt aus verschiedenen Jahrhunderten nachweisbar

Die vom Förderverein Kalsmunt in Auftrag gegebenen Grabungen haben neue Erkenntnisse über die Besiedlung des Burggeländes hervorgebracht. Das berichtete der Grabungsleiter, Dr. Felix Teichner vom Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität Marburg, vor 100 Bürgern, die sich bei einer Führung vor Ort informierten. Zu der Führung hatten der Förderverein und der Bürgerverein Wetzlar gemeinsam eingeladen. Derzeit graben 20 Studenten an fünf verschiedenen Stellen auf dem Burggelände, um nähere Details zur Geschichte der einstigen Stauferburg zu finden. Sie wurde im Auftrag von Kaiser Friedrich Barbarossa im 11. Jahrhundert nach Christus errichtet. Dr. Teichner wies darauf hin, dass vermutlich zunächst nur der Wohnturm erbaut worden ist. Bei Grabungen haben die Studenten Mauern freigelegt, die direkt an den Turm angebaut wurden, offenbar Erweiterungen, nachdem die Zahl der Bewohner gewachsen war. An einer weiteren Stelle wurde die einst von Carl Metz geschilderte Kapelle, ein rechteckiger Raum, zum Teil frei gelegt. Dieser sei erst um das 15. Jahrhundert entstanden, so Teichner. Damit könne man davon ausgehen, dass die Burg nicht nur Dienstort war sondern hier Menschen gelebt haben und auch zur Messe gegangen sind. Unter den Mauern wurden auch Mauerreste aus früherer Zeit entdeckt, etwa dem 13. Jahrhundert. In der Vorburg haben die Studenten ebenfalls einen Gebäudeumriss freigelegt. Anhand der im vorigen Jahr bereits gefundenen Teile eines Kachelofens geht Dr. Teichner davon aus, dass hier nicht nur einfache Bürger, sondern auch wohlhabendere gelebt haben. Der Wissenschaftler berichtete ferner, dass die Studenten auch bei dieser Grabung wieder zahlreiche Funde sichern konnten, darunter Münzen und ein Medaillon. Derzeit könne er zu den Erkenntnissen aus diesen Funden noch nichts sagen. Sie werden nach Abschluss der Grabungen in Marburg gesichtet, gereinigt und bewertet. Die Teilnehmer der Führung begaben sich anschließend auf den Weg zum Hofgut Magdalenenhausen. Hier führte Hans Steinbach vom Wetzlarer Geschichtsverein Interessantes zur Geschichte des Hofgutes aus. Dort könne sich bereits um 800 nach Christus eine kleine Ortschaft befunden haben. Bis 1539 sei das Hofgut Besitz von Burgmannen gewesen und somit habe das zwei Kilometer vom Kalsmunt gelegene Magdalenenhausen durchaus einen Bezug zur Stauferburg. Ober das Hofgut allerdings jemals Wirtschaftshof für den Kalsmunt war, könne man nicht sagen. 1321 wurde urkundlich erwähnt, dass es ein Hofgut „Einhäuser" an dieser Stelle gab. Den Namen Magdalenenhausen erhielt das Gebäude erst im 17. Jahrhundert. Die Frau des damaligen Regenten Graf Wilhelm Moritz zu Solms-Greifenstein mit Namen Magda, mochte nicht in Braunfels leben. Deshalb baute der Graf ihr das Hofgut vor den Toren Wetzlars aus. Steinbach wies auch darauf hin, dass das Hofgut 1810 von einem Bruder der Charlotte Buff gepachtet war, so dass möglicherweise auch der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe dort gewesen sein könnte.

Hans Steinbach referiert

Hans Steinbach referiert

Hans Steinbach referiert - Nahaufnahme

Hans Steinbach referiert - Nahaufnahme


Hans Steinbach referiert am Hofgut Magdalenenhausen über dessen Verbindung zum Kalsmunt.

 

 

 

Müllaktion

Vorstand und viele Mitglieder des Fördervereins Kalsmunt e. V. trafen sich am 5. September 2015 an der Burgruine, um aufzuräumen.

Rund um den Turm wurden Flaschen, Scherben und vielerlei weiterer Müll gesammelt und entsorgt.

Die Abgeschiedenheit des Kalsmunt lädt leider immer wieder einige Menschen dazu ein, ihren Müll hier liegenzulassen.

Da dies wahrscheinlich nicht zu verhindern ist, wird der Förderverein in unregelmäßigen Abständen zur Selbsthilfe greifen und den Müll entsorgen.

Müllaktion 1Müllaktion 2

 

 

 

 

 

Stadt Wetzlar

http://www.wetzlar.de/

 


 

 

Neues vom Kalsmunt

Der Förderverein Kalsmunt e.V. und der Bürgerverein Wetzlar laden für Samstag, 12. September, zu einer Grabungsführung durch Dr. Felix Teichner auf dem Kalsmuntgelände ein. Treffpunkt ist 15 Uhr am Turm.

Im Anschluss daran wird ein gemeinsamer Spaziergang (etwa 30 Minuten) über historische Pfade zum Hofgut Magdalenenhausen angeboten. Dort wird um 17 Uhr Herr Steinbach vom Wetzlarer Geschichtsverein zur Geschichte des Hofgutes und dessen Verbindung zum Kalsmunt referieren.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Am Hofgut können Getränke gegen eine kleine Spende für den Förderverein erworben werden.

Besichtigung der AusgrabungenBesichtigung der AusgrabungenBastelbogen
Dr. Teichner erläutert Thorsten Rohde die GrabungsarbeitenStudierende der Universität Marburg bei der ArbeitDer Kalsmunt-Bastelbogen ist fertig!

Er ist ab sofort für nur 2 € über alle Vorstandsmitglieder zu erhalten.

 

 

 


Präsentation

 

 

 

 

Mitteilung

Liebe Mitglieder,

wie Sie alle mit verfolgen können, geht es am Kalsmunt zügig voran!

Wir freuen uns sehr, dass die erste Sanierungsstufe bald abgeschlossen sein wird.

Die Verwaltung ist im Auftrag der Stadtverordneten derzeit dabei, die Begehbarkeit herzustellen, so dass Sie bald alle wieder die Aussicht genießen können werden!

Im September werden neue Grabungen der Philipps-Universität Marburg beginnen, zu denen wir Sie bereits jetzt herzlich einladen! Wie auch im letzten Jahr unterstützt der Förderverein die Grabungen finanziell. Mittels Presse, Homepage und dem Mitgliederrundbrief werden wir Sie weiter informieren!

Wenn Sie in den Verteiler des Inforundbriefes aufgenommen werden wollen, schreiben Sie mir bitte eine kurze Email. Danke.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Thorsten Rohde

 

 


Vortrag über den Kalsmunt

 

"Zu einem Vortrag von Privatdozent Dr. Felix Teichner über die Reichsburg Kalsmunt konnten der Wetzlarer Geschichtsverein und der Förderverein Kalsmunt über 100 Zuhörer begrüßen. Teichner zeigte zunächst anhand historischer Bilder, dass noch im 17. Jahrhundert große Teile der Burganlage zu sehen waren. In ihr lebten Vögte und Burgmannen. Von der Spornlage der Burg konnten die wichtigen Straßen kontrolliert werden. Erst im 19. Jahrhundert begann im Geiste der Burgenromantik die Bewaldung des Hügels.

Die älteste Schriftquelle zum Kalsmunt stammt von 1222. Auf in Nauborn gefundenen Münzen aus der Zeit um 1160-1180 wird die Burg „Calsmunt" genannt. Erstmals kartiert wurde die Reichsburg 1609 durch den damaligen Besitzer, den hessischen Landgrafen. Dieser war noch im 18. Jahrhundert bestrebt, die Burganlage fortifikatorisch zu nutzen, doch kam es nicht dazu. Den bisher relevanten Plan des Kalsmunts zeichnete Carl Metz in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Mit Unterstützung des Fördervereins Kalsmunt begann die Philipps-Universität Marburg 2013 mit einer geophysikalischen Prospektion des Kalsmunts. Die daraus gewonnenen Bilddaten gaben Hinweise, wo im Jahr 2014 Sondagegrabungen durchgeführt werden könnten. An der ebenfalls vom Förderverein finanzierten, von der Stadt und von den Pfadfindern unterstützen Lehrgrabung der Universität Marburg nahmen 40 Studenten teil.

Teichner kann mit den Ergebnissen der ersten Grabungskampagne eine mehrphasige Entwicklung der Burg Kalsmunt nachweisen. So kam es im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert zu einer Planierung den oberen Burghofes, der früher stärker zur Lahn hin abfiel. Zunächst stand auf dem Burgberg nur der heute 14,5m hohe Burgturm, um den sich dann in den nachfolgenden zweihundert Jahren die Burganlage entwickelte. Die Fernerkundung mit einer kleine Drohne zeigt deutlich zwei Burgplateaus und einen weiteren Wall in der Nähe des heutigen Parkplatzes.

Sondagen auf dem unteren Plateau förderten Mauern und Brandschutt von Fachwerkgebäuden zutage. Ein ergrabenes Gebäude stand teilweise auf einem Steinkeller aus dem 13. Jahrhundert. Das Fundmaterial aus Metall besteht aus landwirtschaftlichem Gerät für Feldarbeit und Weinbau. Doch auch Zeugnisse gehobener Wohnkultur traten bei der Grabung zutage So wurden Kacheln eines spätmittelalterlichen Ofens gefunden, der auf einen hohen Lebensstandard hinweist.

Studenten der Universität Cottbus vermaßen Ende des Jahres den Bereich der Reichsburg. Anhand ihrer Ergebnisse wird nun die nächste Lehrgrabung vorbereitet, die vom 1. bis 22. September 2015, vom Förderverein unterstützt, stattfinden soll."

Teichner-Vortrag 1Teichner-Vortrag 2

 

 

 

 

Unbekannte Inschrift am Kalsmunt

 

Inschrift am Kalsmunt
Inschrift am Kalsmunt
(Bitte klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.)

Diese Inschrift wurde von einem Vereinsmitglied am Kalsmunt entdeckt. Kann jemand zur Aufklärung beitragen?

 

 

Bild vom Kalsmunt

 

Kalsmunt in VerhüllungBild vom Kalsmunt in Verhüllung